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  • Claudia Spaar

Wo ist meine letzte Ruhestätte?

Die Zeiten haben sich gewandelt, wo die Toten und die Lebenden ihren Platz hatten. Nebst dem üblichen Urnen oder Gemeinschaftsgrab, entscheiden sich immer mehr für das Ausstreuen der Asche. An einem Lieblingsplatz im Garten? Auf dem einen Berg, wo die Familie so schöne Ferien verbrachte? Oder soll die Asche vielleicht lieber dem Wasser mitgegeben werden? Die Schweiz ist wirklich fortschrittlich diesbezüglich und verbietet das ausstreuen der Asche nicht.

Es gibt Menschen, die bei mir ihre Trauerrede schon vorbestellt haben und mir ihren Baum oder ihren Platz gezeigt haben, wo einmal ihre Asche ausgestreut werden soll. Zusammen mit ihren Liebsten, ihren Grosskindern zum Beispiel, besuchen sie die ausgewählten Plätze und sprechen dort vielleicht über Sterben und Tod. Vielleicht geben sich sich die Hände um den Baum herum, und stellen sich vor, wie das ist, wenn der Mensch auf der anderen Seite fehlt. Werden sie, wenn sie alleine den Baum umarmen, die verstorbene Person fühlen können?

Da die Menschen an der Trauerrede mitgewirkt haben, ist sie sehr persönlich. Der Gedanke, dass die Asche des Verstorbenen zu den Wurzeln des Baumes gespült wird und dem Baum als Nahrung dient ist tröstlich. Der Naturkreislauf ist geschlossen. Auch Musikstücke werden mir genannt, welche ich über Bluetooth spielen lassen soll.

Meine Auftraggeber sind nicht etwa kranke und alte Menschen, sondern solche, die den Tod als zum Leben zugehörig betrachten. Eine solche Vorbereitung ist für die Hinterbliebenen sehr hilfreich.



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